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Für Konditoreien, Confiserien & Manufakturen

Adventskalender kennzeichnen

24 Türchen, zwölf Sorten, drei Zulieferer, ein Etikett. Wie du Nährwerte, Zutatenliste und Allergene für eine Mischung berechnest, ohne 24 Rezepte einzeln durchzurechnen.

Von Rezeptrechner Team · Veröffentlicht am

Ein Kalender, viele Rezepturen, ein Etikett

Ein gefüllter Adventskalender ist kein einzelnes Produkt, sondern eine Mischung: eigene Pralinen und Plätzchen, zugekaufte Hohlkugeln oder Kuvertüre, vielleicht ein paar fertige Sorten vom Großhandel. Jede Sorte hat eigene Zutaten, eigene Allergene und eigene Nährwerte.

Verkauft wird aber nicht die Praline, sondern der Kalender. Und der braucht ein einziges Etikett, auf dem alle Sorten zusammenlaufen. Genau da fängt die Arbeit an, die in Excel schnell unübersichtlich wird.

Beispiel: Aufbau eines Adventskalenders

Adventskalender · 24 Stück
Nougat-Praline · 8 Stück
Eigene Rezeptur Nougat-Füllung

→ Haselnüsse, Zucker, Kakaomasse, Kakaobutter

Zugekauft Schokoladenhohlkugel

→ (Kakaomasse, Zucker, Kakaobutter, Emulgator: SOJALECITHIN)

Vanillekipferl · 8 Stück
Eigene Rezeptur Kipferl-Teig

→ Weizenmehl, Butter, gemahlene Mandeln, Zucker, Vanille

Marzipankartoffel · 8 Stück
Zugekauft Marzipan-Rohmasse

→ (Mandeln, Zucker, Invertzuckersirup)

Eigene Rezeptur Kakao-Hülle

→ Kakaopulver, Puderzucker

Eigene Rezeptur — Zutaten aus Rohstoffen Zugekauft — Sub-Zutaten in Klammern

Drei Sorten sind noch überschaubar. In der Praxis sind es oft acht bis zwölf, jede mit zwei oder drei Komponenten, und jedes Jahr ändert sich die Zusammenstellung. Wer das Etikett von Hand rechnet, fängt jedes Jahr von vorn an.

Und wenn sich etwas ändert?

Neues Datenblatt vom Lieferanten, mehr Haselnuss in der Füllung, eine Sorte getauscht: Jede Änderung trifft jedes Produkt, in dem die Sorte steckt — Einzeletikett, Pralinenschachtel, Adventskalender. In Excel heißt das: alles neu rechnen, in jeder Datei.

Nährwerte und Zutatenliste für den ganzen Kalender

Jede Sorte einmal als Rezept anlegen. Der Rezeptrechner berechnet daraus Nährwerttabelle, Zutatenverzeichnis und Allergene für die Mischung — für den Kalender, die Pralinenschachtel oder die Plätzchentüte.

Mehr dazu: Nährwertrechner · Etiketten-Generator

Gesetzliche Pflicht: Was auf den Adventskalender muss

Der Kalender ist eine Fertigpackung: Er wird vor dem Verkauf befüllt und verschlossen, im Laden, online oder auf dem Weihnachtsmarkt angeboten. Damit gilt die Lebensmittelinformationsverordnung in vollem Umfang, unabhängig davon, wie viele Sorten drinstecken.

Eine Ausnahme gibt es: Kleinstunternehmen mit weniger als 10 Beschäftigten und höchstens 2 Mio. € Umsatz, die direkt an Endverbraucher oder lokale Händler verkaufen, dürfen die Nährwerttabelle weglassen (Anhang V Nr. 19 LMIV). Zutatenverzeichnis, Allergene, Menge und MHD bleiben auch dann Pflicht. Was genau gilt, steht im Weihnachtsmarkt-Artikel

Zutatenverzeichnis

Über alle Sorten hinweg, absteigend nach Gewichtsanteil, zugekaufte Komponenten mit ihren Sub-Zutaten in Klammern. Mehr zur Zutatenliste

Allergene

Alle 14 Hauptallergene, die in irgendeiner Sorte stecken, im Zutatenverzeichnis hervorgehoben. Allergene in der Konditorei

Nährwerttabelle

Die sieben Pflichtwerte pro 100 g, bei Mischungen als gewichteter Durchschnitt über den ganzen Kalender. Mehr zur Nährwerttabelle

Menge, MHD, Hersteller

Nettofüllmenge in Gramm plus Stückzahl, Mindesthaltbarkeitsdatum der kürzesten Sorte, Name und Anschrift des Betriebs. Mehr zum MHD

So sieht das Etikett auf der Rückseite aus

Adventskalender „Konditorei-Klassiker"

Pralinen und Weihnachtsgebäck, gemischt · 240 g ℮ (24 Stück)

Charge: L261110

Zutaten

Zucker, WEIZENMEHL, MANDELN, BUTTER, HASELNÜSSE, Kakaobutter, Kakaomasse, Marzipan-Rohmasse (MANDELN, Zucker, Invertzuckersirup), Kakaopulver, Invertzuckersirup, Emulgator: SOJALECITHIN, Vanille.

Kann Spuren von anderen Schalenfrüchten, Ei und Milch enthalten.

Nährwerte pro 100 g (Durchschnitt)

Energie2140 kJ / 512 kcal
Fett29 g
davon gesättigte Fettsäuren13 g
Kohlenhydrate54 g
davon Zucker41 g
Eiweiß7,1 g
Salz0,12 g

Mindestens haltbar bis: 15.01.2027

Hersteller: Konditorei Muster · Musterweg 12 · 10115 Berlin

Illustratives Beispiel. Nährwerte, Mengen und Zutatenangaben müssen für jede Zusammenstellung einzeln berechnet werden.

Sorten deklarieren: zwei Wege nach LMIV

Die LMIV kennt keine eigene Regel für Sortimentspackungen. Sie verlangt ein vollständiges Zutatenverzeichnis für das, was in der Packung ist. Wie du es aufbaust, entscheidest du. In der Praxis haben sich zwei Wege durchgesetzt:

Weg 1 · Zusammengefasst

Ein Zutatenverzeichnis für die ganze Mischung. Alle Zutaten aller Sorten nach Gewichtsanteil sortiert, Doppelte zusammengefasst, Allergene hervorgehoben.

Zutaten: Zucker, WEIZENMEHL, MANDELN, BUTTER, HASELNÜSSE, Kakaobutter, …

Kurz, passt auf jedes Etikett. Der Kunde sieht aber nicht, welches Türchen was enthält.

Weg 2 · Je Sorte

Ein Zutatenverzeichnis pro Sorte, jeweils mit dem Sortennamen davor. Jede Liste für sich vollständig und nach Gewicht sortiert.

Nougat-Praline: Zucker, HASELNÜSSE, Kakaomasse, … Vanillekipferl: WEIZENMEHL, BUTTER, MANDELN, …

Länger, dafür transparent. Wer eine Sorte mit Nuss und eine ohne hat, hilft Allergikern damit tatsächlich.

Nährwerte: Durchschnitt oder je Sorte

Die Nährwertdeklaration bezieht sich auf das Lebensmittel, wie es verkauft wird, also auf den Kalender. Üblich ist der gewichtete Durchschnitt pro 100 g über alle Sorten: Jede Sorte geht mit ihrem Gewichtsanteil in die Rechnung ein. Wer nur wenige, klar unterscheidbare Sorten hat, kann die Nährwerte alternativ je Sorte angeben. Dann braucht jede Sorte ihre eigene Tabelle, was auf einem Kalender-Etikett schnell eng wird.

Für die meisten Betriebe ist der Durchschnitt die praktikable Lösung. Er passt auf ein Etikett, und er lässt sich aus den Rezepturen der Sorten rechnen, statt am Ende alles noch einmal zusammenzuzählen.

Bezeichnung, Menge und Sortennamen

  • Bezeichnung: Der Kalender braucht eine beschreibende Bezeichnung, die sagt, was drin ist: „Adventskalender mit Pralinenmischung" oder „mit gemischtem Weihnachtsgebäck". Der Fantasiename ersetzt sie nicht.
  • Praline ist geschützt: Nach der Kakaoverordnung muss eine Praline mindestens 25 Prozent Schokolade enthalten. Wer Marzipankartoffeln oder Kipferl als Pralinen bezeichnet, macht einen Fehler. Details im Artikel Pralinenschachtel kennzeichnen.
  • Menge: Nettofüllmenge in Gramm, ergänzt um die Stückzahl. Bei 24 unterschiedlich schweren Stücken hilft das Wiegen einer kompletten Musterfüllung.
  • Hervorgehobene Sorten: Steht eine Sorte in der Bezeichnung oder groß auf der Vorderseite („mit Nougat-Pralinen"), greift die QUID-Regel. Dann gehört ihr Anteil in Prozent ins Zutatenverzeichnis.
  • Spurenhinweise gelten für den ganzen Kalender. Ein Hinweis für eine Sorte betrifft praktisch alle, weil sie zusammen gelagert und gepackt werden.
  • MHD: Die kürzeste Sorte bestimmt das Datum. Wer Plätzchen mit Buttercreme und Pralinen mischt, gibt das Datum der Plätzchen an.

Was ist die Verkaufseinheit? Für Manufakturen mit 24 Mini-Gläsern Marmelade oder Honig gilt: Wird jedes Glas auch einzeln verkauft, braucht jedes Glas ein eigenes Etikett. Ist nur der Kalender die Verkaufseinheit, reicht das Etikett außen, mit allen Sorten. Wie ein Glas gekennzeichnet wird, steht im Artikel Marmelade kennzeichnen.

Dieser Abschnitt ist eine redaktionelle Einordnung und keine Rechtsberatung. Im Zweifel hilft die zuständige Lebensmittelüberwachung oder die Kammer weiter.

Vom Rezept zum fertigen Etikett

Nährwerttabelle, Zutatenverzeichnis und Allergene aufs Etikett — als PDF für den Drucker oder als Produktpass für den Handel.

Mehr dazu: Etiketten-Generator · Produktspezifikation

Die Lösung: der Rezeptrechner

Der Rezeptrechner ist eine webbasierte Software für Konditoreien, Confiserien und Manufakturen. Du pflegst deine Rezepturen an einem Ort, daraus entstehen Nährwerttabelle, Zutatenverzeichnis, Allergene, Etikett und Produktpass. Für Mischungen wie den Adventskalender arbeitet er mit Komponenten: Jede Sorte legst du einmal an, der Kalender ist ein Rezept aus diesen Sorten.

Für viele Betriebe beginnt jetzt die Planung: Welche Sorten kommen in den Kalender, wie viele Stück, welche Verpackung. Wer zum ersten Mal mit dem Gedanken spielt, fängt am besten mit drei oder vier Klassikern an statt mit zwölf Sorten. Die Kennzeichnung klärst du am besten, bevor die Produktion losgeht.

So geht's mit dem Rezeptrechner

1

Jede Sorte als Rezept anlegen

Vanillekipferl, Zimtsterne, Nougat-Praline: Zutaten und Mengen in Gramm, Stückzahl je Teig. Zugekaufte Komponenten wie Hohlkörper oder Marzipan-Rohmasse mit Datenblatt als eigene Zutat.

2

Produktpass der Sorte prüfen

Zutatenverzeichnis, Allergene und Nährwerte je Sorte auf einer Seite kontrollieren, bevor sie weiterverwendet wird.

3

Sorte in eine Zutat umwandeln

Ein Klick unter Meine Rezepte. Die Zutat bleibt mit dem Rezept verknüpft und bekommt ein Stückgewicht, etwa 13 g je Kipferl.

4

Kalender als Rezept zusammensetzen

Neues Rezept „Adventskalender", Sorten mit Stückzahl eintragen, 24 Portionen. Nährwerte der Mischung und Allergen-Vorschläge stehen sofort da.

5

Etikett ausgeben

Im Etiketten-Generator „Sortiment zusammenfassen" aktivieren, dann Nettogewicht, MHD, Hersteller und Spurenhinweis ergänzen, als PDF oder Bild herunterladen.

Schritt für Schritt mit Screenshots

Jeden dieser Schritte zeigt die Anleitung Adventskalender-Etikett erstellen am Beispiel eines Kalenders mit vier Sorten, vom Rezept der Vanillekipferl bis zum fertigen Etikett.

Jetzt Adventskalender kennzeichnen

Sorten anlegen, Kalender zusammensetzen, Etikett ausgeben — bevor die Produktion losgeht.

Was du davon hast

  • Jede Sorte nur einmal anlegen. Sie steckt im Kalender, in der Pralinenschachtel und in der Plätzchentüte, ohne neu gerechnet zu werden.
  • Änderungen laufen mit. Neues Datenblatt, andere Füllung, Sorte getauscht: Die Mischung rechnet mit der aktuellen Rezeptur, das Etikett wird neu erzeugt.
  • Nährwerte als Durchschnitt der Mischung, pro 100 g und pro Stück, aus den Sorten gerechnet statt von Hand zusammengezählt.
  • Eine Zutatenliste für alle Sorten, nach Gewichtsanteil sortiert, doppelte Zutaten zusammengefasst, Allergene als Vorschlag hervorgehoben.
  • Etikett und Produktpass aus derselben Rezeptur, fürs Regal, den Online-Shop und für Handel oder Firmenkunden.
  • Wareneinsatz je Sorte und je Kalender für die Kalkulation, aus denselben Rezepturen.

Und außerdem

Digitale Rezeptverwaltung für deine Sorten

Alle Rezepturen an einem Ort — und die Kennzeichnung gleich mit: Zutatenliste, Allergene und Nährwerte entstehen direkt aus dem Rezept.

Mehr dazu: Rezepte & Zutaten · Software für Konditoreien

Adventskalender auf dem Weihnachtsmarkt verkaufen

Der Kalender bleibt auch am Marktstand eine Fertigpackung, das Etikett muss also drauf. Kleinstunternehmen dürfen dabei die Nährwerttabelle weglassen, Zutaten und Allergene nicht. Anders sieht es bei der losen Ware daneben aus: Für Plätzchen aus der Schale oder Pralinen aus der Vitrine reicht die Allergeninformation am Stand, schriftlich oder mündlich mit Dokumentation. Dazu kommen Standgenehmigung, Hygieneanforderungen und je nach Sortiment die Regeln für Marmelade, Likör oder Gebäck.

Was du für den Marktverkauf wissen musst, welche Pflichten es gibt und welche Produkte sich eignen, steht im Artikel Lebensmittel auf dem Weihnachtsmarkt verkaufen.

Häufige Fragen

Brauche ich für jedes Türchen eine eigene Kennzeichnung?

Nein. Gekennzeichnet wird die Verkaufseinheit, also der Kalender. Die einzelnen Stücke hinter den Türchen tragen keine eigene Kennzeichnung, solange sie nicht auch separat als Fertigpackung verkauft werden.

Wie gebe ich Nährwerte an, wenn 24 verschiedene Sorten im Kalender sind?

Üblich ist der gewichtete Durchschnitt pro 100 g über alle Sorten. Jede Sorte geht mit ihrem Gewichtsanteil in die Rechnung ein. Alternativ können die Nährwerte je Sorte angegeben werden, dann braucht jede Sorte eine eigene Tabelle auf dem Etikett.

Muss ich die Zutaten pro Sorte auflisten oder reicht eine Gesamtliste?

Beides ist möglich. Ein zusammengefasstes Zutatenverzeichnis über alle Sorten ist kürzer und passt auf jedes Etikett. Ein Verzeichnis je Sorte mit vorangestelltem Sortennamen ist transparenter, vor allem wenn nur einzelne Sorten Nüsse oder Alkohol enthalten. In beiden Fällen müssen die Allergene hervorgehoben sein.

Welches Mindesthaltbarkeitsdatum gilt für den Kalender?

Das der Sorte mit der kürzesten Haltbarkeit. Wer Plätzchen mit Buttercreme und Pralinen mischt, gibt das Datum der Plätzchen an. Für den Adventskalender heißt das in der Praxis: Sorten wählen, die bis mindestens Ende Dezember halten.

Gilt ein Adventskalender vom Weihnachtsmarkt auch als vorverpackt?

Ja. Sobald der Kalender vor dem Verkauf befüllt und verschlossen wird, ist er eine Fertigpackung, egal ob er im Laden, online oder am Marktstand verkauft wird. Nur wer die Stücke erst auf Kundenwunsch am Stand zusammenstellt, verkauft lose Ware und braucht dafür nur die Allergeninformation.

Bin ich als kleiner Betrieb von der Nährwerttabelle befreit?

Möglicherweise. Kleinstunternehmen mit weniger als 10 Beschäftigten und höchstens 2 Mio. € Umsatz, die direkt an Endverbraucher oder lokale Händler verkaufen, dürfen die Nährwerttabelle weglassen. Zutatenverzeichnis, Allergene, Menge und MHD bleiben Pflicht. Die Bedingungen im Detail erklärt der Artikel Lebensmittel auf dem Weihnachtsmarkt verkaufen.

Kann ich die Mischung mit der kostenlosen Demo berechnen?

Die Nährwerte einzelner Sorten mit Zutaten aus der Datenbank ja. Für eigene Zutaten vom Lieferanten, die Umwandlung von Rezepten in Zutaten und das fertige Etikett brauchst du Rezeptrechner PRO Business.