Für Chocolatiers, Confiserien & Pralinenmanufakturen
Pralinenschachtel kennzeichnen
Welche Pflichtangaben auf eine Pralinenschachtel gehören — und wie du Mischungen und zugekaufte Zutaten rechtssicher auslobst.
Von Rezeptrechner Team · Aktualisiert am
Erklärvideo: Rezeptrechner-Software für Konditoreien, Chocolatiers und Confiserien.
Kennzeichnungspflicht kurz erklärt
Sobald du Pralinen vorverpackt in den Handel bringst — im eigenen Webshop, auf dem Wochenmarkt, im Supermarkt oder über Wiederverkäufer — greift die europäische Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV). Sie schreibt vor, welche Angaben auf die Verpackung gehören: Zutatenliste mit hervorgehobenen Allergenen, Nährwerttabelle, Menge, Mindesthaltbarkeitsdatum, Hersteller — und einiges mehr.
Für Pralinen kommen zusätzlich Besonderheiten dazu, auf die dieser Artikel eingeht — von Mischschachteln bis Alkohol-Deklaration. Einen Überblick über die allgemeine Pflicht-Systematik — Schriftgröße, Sichtfeldregeln, Ausnahmen — findest du im LMIV-Grundlagen-Artikel.
Kennzeichnung & Etiketten erstellen
Mit der Rezeptrechner Software erstellst du die Kennzeichnung für deine Produkte direkt auf Basis der Rezepturen — Zutatenliste, Allergene und Nährwerte in einem Durchgang.
So sieht ein fertiges Pralinen-Etikett aus
Damit klar ist, worauf es hinausläuft: das Etikett einer Pralinen-Mischung, erstellt mit dem Etiketten-Generator der Rezeptrechner Software. Nährwerttabelle pro 100 g und pro Stück, zusammengefasstes Zutatenverzeichnis mit hervorgehobenen Allergenen, Mindesthaltbarkeitsdatum, Nettogewicht, Herstelleranschrift und Barcode.
Beispiel-Etikett. Nährwerte, Mengen und Zutatenangaben müssen für jede Rezeptur einzeln berechnet werden.
Pralinen: endlos lange Zutatenlisten
Pralinen-Etiketten sind die Königsklasse der Kennzeichnung. Eine Pralinen-Mischung besteht schnell aus 10 bis 20 Sorten, und jede Sorte kann wiederum eine eigene Füllung, einen Hohlkörper oder ein Dekor haben. So entsteht eine endlos lange Zutatenliste, in der viele Zutaten doppelt auftauchen: Zucker in der Füllung, Zucker in der Kuvertüre, Zucker im Dekor.
Mit der Rezeptrechner Software lassen sich mehrfach vorkommende Zutaten wieder zusammenfassen. Aus vielen Teillisten wird ein Zutatenverzeichnis, sortiert nach Gesamtmenge, Allergene bleiben hervorgehoben.
Video: Zutatenliste einer Pralinen-Mischung im Etiketten-Generator zusammenfassen. Mehr dazu auf der Funktionsseite Zutaten zusammenfassen.
Voraussetzung
- Jede Pralinen-Sorte ist als eigenes Rezept angelegt und in eine Zutat umgewandelt. Die Mischung ist ein weiteres Rezept, das diese Zutaten enthält.
- Die umgewandelten Zutaten sind dynamisch mit ihrem Rezept verknüpft. Nur dann kennt der Etiketten-Generator die einzelnen Bestandteile und kann sie zusammenfassen.
- Zugekaufte Komponenten wie Hohlkörper oder Marzipan-Rohmasse sind als eigene Zutat mit ihrer Sub-Zutatenliste in Textform hinterlegt. Achtung: Hier ist kein Zusammenfassen möglich, wenn die Mengen der Sub-Zutaten nicht bekannt sind.
Wie du Komponenten, Sorten und Mischung dafür anlegst, zeigt die Anleitung im nächsten Abschnitt.
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So funktioniert's mit dem Rezeptrechner
Hier findest du eine Schritt-für-Schritt-Anleitung mit Bildern. In aller Kürze funktioniert das so:
- 1Rezepte für Füllung, Dekor, Hohlkörper und Co. einzeln anlegen: Zutaten und Mengen eingeben. Die Zutaten wählst du aus der Nährwertdatenbank, die Nährwerte sind dort bereits hinterlegt.
- 2Zugekaufte Zutaten mit eigener Spezifikation anlegen: Marzipanrohmasse, Kuvertüre oder Hohlkörper einmal mit den Angaben vom Lieferanten als eigene Zutat erfassen.
- 3Rezepte in Zutaten umwandeln: jede Füllung wird per Klick zur Zutat, dynamisch mit ihrem Rezept verknüpft.
- 4In einem neuen Rezept zur Praline kombinieren: Hohlkörper, Füllung und Deckel mit Menge je Praline, dann auch die Praline in eine Zutat umwandeln.
- 5Mischung anlegen und Pralinen zusammenstellen: die fertigen Pralinen in Stück eintragen, das Etikett mit zusammengefasster Zutatenliste erstellen.
Rezepteingabe jetzt noch einfacher mit KI-Assistent
Statt Füllungen, Pralinen und Mischung einzeln einzutippen, verbindest du ChatGPT oder Claude mit deinem Rezeptrechner Konto und beschreibst dem Assistenten einfach, was du brauchst. Rezepturen kannst du als Text, Foto oder PDF mitschicken, Produktspezifikationen deiner Lieferanten gleich dazu. Der Assistent sucht die passenden Zutaten aus der Datenbank, legt eigene Zutaten, Rezepte und Verknüpfungen in deinem Konto an und zeigt dir am Ende, was du noch prüfen solltest. Verfügbar ab Paket M.
So geht's: Beispiel-Prompt für die Pralinen-Mischung (zum Lesen scrollen)
Leg im Rezeptrechner eine „Pralinen Mischung“ an: je 12 Nougat-, Marzipan- und Champagner-Pralinen, Portion = 1 Stück. Füllungen – als Rezept anlegen und als dynamisch verknüpfte Zutat speichern: - Nougatfüllung: 125 g Haselnüsse, 60 g Zucker, 35 g Kakaobutter, 30 g Sahne - Marzipanfüllung: 500 g Marzipanrohmasse, 100 g Puderzucker, 30 g Invertzucker, 25 ml Amaretto - Champagner-Füllung: 300 g weiße Kuvertüre, 120 g Champagner, 120 g Sahne 30 %, 40 g Butter, 20 g Glukosesirup, 15 g Invertzuckersirup (Champagner wird eingekocht → Reduktionsfaktor 0,97) Pralinen – jeweils mit eigener Einheit „Praline“: - Nougat Praline: 1 Hohlkörper Zartbitter (3 g), 8 g Nougatfüllung, 2 g Zartbitter-Kuvertüre zum Verschließen - Marzipan Praline: 1 Hohlkörper Vollmilch (3 g), 8 g Marzipanfüllung, 2 g Zartbitter-Kuvertüre zum Verschließen - Champagner Trüffel: 1 Hohlkörper weiße Schokolade (4 g), 7,5 g Champagner-Füllung Zugekaufte Produkte bitte als eigene Zutaten anlegen, die Produktspezifikationen hängen an: Marzipanrohmasse, Invertzucker, Kuvertüren, Hohlkörper, Champagner, Glukosesirup. Zubereitungsschritte kurz und knackig hinterlegen. Zeig mir zum Schluss, was du angelegt hast und was ich noch prüfen sollte.
Der Assistent legt nur an, was dein Konto darf, und fragt vor dem Löschen nach. Nährwerte, Allergene und Zutatenliste prüfst du wie bei jeder Eingabe selbst. So funktioniert die Datenpflege mit KI-Assistent
Du darfst oder möchtest deine Rezepturen nicht an eine KI geben? Dann folgt hier die Anleitung für die händische Eingabe, Schritt für Schritt mit Screenshots.
Füllung als Rezept anlegen
Jede selbst hergestellte Komponente beginnt als Rezept. Für die Marzipanfüllung trägst du Zutaten und Mengen ein: Marzipanrohmasse, Puderzucker, Invertzucker, Amaretto. Die Zubereitung schreibst du daneben, so entsteht gleich das Rezeptblatt für die Küche.
Zwei Arten von Zutaten siehst du in der Liste: S steht für Standard-Zutaten aus der Nährwertdatenbank, deren Nährwerte bereits hinterlegt sind, zum Beispiel Puderzucker. E steht für eigene Zutaten, also zugekaufte Produkte wie Marzipanrohmasse oder Invertzucker, die du einmal mit den Angaben vom Lieferanten anlegst. Danach stehen sie in allen Rezepten zur Verfügung.
Rezept in eine Zutat umwandeln
Unter Meine Rezepte hat jedes Rezept in der Aktionsleiste das Symbol „In eigene Zutat umwandeln“. Ein Klick darauf, und die Marzipanfüllung steht als Zutat in deiner Datenbank, mit Zutatenliste, Nährwerten und Allergenen aus dem Rezept. Das machst du für jede Füllung: Nougatfüllung, Champagner-Füllung, Orangen-Ganache.
Rezepte, die schon umgewandelt sind, tragen in der Liste ein Verknüpfungssymbol.
Dynamische Verknüpfung prüfen
Es öffnet sich die Zutat, bereits gefüllt. Oben zeigt der grüne Kasten „Mit Rezept verknüpft“, dass die Zutat mit dem Rezept verbunden bleibt. Beim Werte-Modus lässt du Dynamisch stehen: Nährwerte, Allergene, Preis und Zutatenliste werden dann aus dem verknüpften Rezept abgeleitet und bei jeder Änderung übernommen.
Änderst du später die Marzipanfüllung, ändern sich alle Pralinen mit, in denen sie steckt, und damit auch die Mischung und das Etikett. Genau diese Verknüpfung braucht der Etiketten-Generator später zum Zusammenfassen.
Eigene Zutat im Rezept nutzen
Beim Anlegen der Praline suchst du die Füllung wie jede andere Zutat. Eigene Zutaten erscheinen in der Zutatensuche der Rezepteingabe, hier die Nougatfüllung. Das Link-Symbol neben dem Namen zeigt, dass die Zutat mit einem Rezept verknüpft ist.
Praline anlegen und in eine Zutat umwandeln
Die Nougat-Praline besteht aus 1 Stück Hohlkörper Zartbitter, 8 g Nougatfüllung und 2 g Zartbitter-Kuvertüre als Deckel, zusammen 13 g. Unter Anzahl Portionen trägst du 1 Portion = 1 Praline mit 13 g ein. Die Nährwerte pro Praline siehst du sofort im Reiter Nährwerte.
Auch die fertige Praline wandelst du unter Meine Rezepte über das Symbol „In eigene Zutat umwandeln“ in eine Zutat um. Nur so kannst du sie später in der Mischung auswählen. Das wiederholst du für jede Sorte.
In der umgewandelten Zutat hinterlegst du unter Einheiten die Einheit „Praline“ mit 13 g. Dann gibst du die Pralinen in der Mischung einfach in Stück an, zum Beispiel 12 Praline.
Pralinen zur Mischung zusammenstellen
Lege ein neues Rezept „Pralinen Mischung“ an und wähle die fertigen Pralinen als Zutaten: 12 Praline Nougat, 12 Praline Marzipan, 12 Praline Champagner-Trüffel. Der Rezeptrechner rechnet das Gesamtgewicht aus, hier 444 g. Trägst du unter Gewicht je Stück 12 g ein, berechnet er die Stückzahl für die Nährwertangabe pro Stück.
Klappst du eine Sorte auf, siehst du ihre Einzelzutaten mit den anteiligen Mengen: Nougatfüllung, Haselnüsse, Zucker, Kakaobutter, Sahne, Hohlkörper, Kuvertüre. Genau diese Auflösung nutzt der Etiketten-Generator, um Zucker oder Kakaobutter aus mehreren Sorten zu einem Eintrag zusammenzuführen. Der Rezeptrechner bildet bis zu drei Ebenen ab: Füllung, Praline, Mischung.
Etikett erstellen und Zutaten zusammenfassen
Öffne aus dem Mischungs-Rezept den Reiter Etikett und wähle „Vollständiges Lebensmitteletikett“. Mit „Angabe je Stück“ blendest du die Nährwerte pro Praline zusätzlich zu den Werten pro 100 g ein. Unter Zutatenliste, Bereinigung aktivierst du Zutaten zusammenfassen, damit Zucker, Kakaobutter oder Sahne aus allen Sorten zu einem Eintrag werden. Wie die drei Schalter genau arbeiten, zeigt die Funktionsseite Zutaten zusammenfassen.
Dann kontrollierst du in der Vorschau die Zutatenliste mit den hervorgehobenen Allergenen und das Nettogewicht, hier 444 g. Die Warnung bei MHD / Verbrauchsdatum erinnert dich daran, das Datum zu setzen. Ergänze Hersteller und bei Bedarf Alkohol- oder Spurenhinweis, dann lädst du das Etikett als PNG, JPG oder PDF herunter. Das Ergebnis siehst du oben unter „So sieht ein fertiges Pralinen-Etikett aus“.
Mehr Details: Die drei Schalter zum Zusammenfassen und das Prüfen der Verknüpfung erklärt die Funktionsseite Zutaten zusammenfassen mit Video. Ein zweites Beispiel mit Gebäck und Pralinen im selben Produkt findest du in der Anleitung Adventskalender kennzeichnen.
Starte jetzt mit deinen Pralinen-Etiketten
Rezepturen anlegen, LMIV-konformes Etikett bekommen, vom einfachen Trüffel bis zur Mischschachtel mit zugekauften Zutaten. Die Jahreslizenz buchst du direkt online.
Mehr als Etiketten: weitere Funktionen für Pralinen-Manufakturen
Die Rezepte, die du für die Kennzeichnung anlegst, nutzt du in der Rezeptrechner Software gleich weiter, ohne eine Zutat doppelt einzugeben.
Einkaufsliste erstellen und Mengen berechnen
Stückzahl der Mischschachteln eingeben, die Software rechnet die Mengen je Sorte und Rohstoff aus. Die Einkaufsliste bekommst du als PDF oder Excel.
Einkaufsliste & MengenplanungPreiskalkulation
Wareneinsatz pro Praline und pro Schachtel aus den hinterlegten Einkaufspreisen. Arbeitszeit, Verpackung und Aufschlag ergänzen, Verkaufspreis ermitteln.
PreiskalkulationProduktspezifikation
Produktpass als PDF mit Nährwerten, Zutatenverzeichnis und Allergenen je Sorte oder Mischung, für Handel, Großkunden und Wiederverkäufer.
ProduktspezifikationHäufige Fragen zur Pralinen-Kennzeichnung
Muss ich jede Praline einzeln kennzeichnen?
Nein. Die Verpackungseinheit wird gekennzeichnet — also die Schachtel. Einzelne Pralinen in der Schachtel tragen keine Kennzeichnung. Ausnahme: wenn Einzelpralinen separat als Fertigpackung verkauft werden (z.B. mit Banderole).
Wie gehe ich mit Mischschachteln um, deren Inhalt wechselt?
Jede feste Zusammenstellung braucht ihre eigene Kennzeichnung. Wenn du saisonale Mischungen rotierst, bekommt jede Variante ein eigenes Etikett. Bei echter Stück-für-Stück-Zusammenstellung nach Kundenwunsch handelt es sich um lose Ware — dann reichen Allergeninformationen an der Theke.
Ab wann muss ich „enthält Alkohol" schreiben?
Sobald das Endprodukt mehr als 1,2 Volumenprozent Alkohol enthält — bezogen auf die Praline, nicht auf die Füllung allein. Die Spirituose wird zusätzlich im Zutatenverzeichnis mit QUID-Mengenangabe genannt, wenn sie im Produktnamen auftaucht.
Ist „Kann Spuren von Nüssen enthalten" Pflicht?
Nein, die LMIV regelt nur absichtlich zugesetzte Allergene. Der Spuren-Hinweis ist freiwillig, in der Pralinenherstellung aber de-facto Standard, weil Kreuzkontamination fast unvermeidbar ist. Wichtig: nur reale Risiken angeben und die Einschätzung mit einer Risikoanalyse belegen — pauschale Hinweise ohne Hintergrund können als irreführend gelten.
Im Rezeptrechner kannst du solche Spurenhinweise auf der Produktspezifikation oder im Etiketten-Generator händisch ergänzen — so kontrollierst du die exakte Formulierung und passt sie an deine Betriebssituation an.
Brauche ich auf der Pralinenschachtel eine Nährwerttabelle?
Ja, bei Fertigpackungen. Bei Mischungen wird ein gewichteter Durchschnitt über alle enthaltenen Pralinen angegeben. Ausnahme: handwerklich hergestellte Lebensmittel, die in kleinen Mengen direkt an Endverbraucher oder den regionalen Einzelhandel abgegeben werden, sind von der Nährwertdeklaration befreit (Anhang V Nr. 19 LMIV) — die Einstufung „kleine Mengen" ist eine Auslegungsfrage der jeweiligen Lebensmittelüberwachung.
Wie kennzeichne ich Pralinen, die ich lose an der Theke verkaufe?
Bei loser Ware entfallen Zutatenliste und Nährwertdeklaration auf der Schachtel. Pflicht sind die 14 Hauptallergene, schriftlich dokumentiert — typisch über Schildchen an jeder Pralinen-Sorte, einen Aushang oder eine Kladde mit sichtbarem Hinweis. Details siehe Allergenkennzeichnung bei loser Ware.